Attentat 1942: Tschechisches Spiel lässt Debatte um das Hakenkreuz wieder aufleben

Das in Tschechien entwickelte Historienspiel Attentat 1942, ist in Deutschland bisher nicht erschienen. Denn bei diesem Spiel geht es um die Folgen des Nationalsozialismus in Tschechien. Um hier historisch gesehen so genau wie möglich zu sein, enthält das Spiel selbstverständlich Hakenkreuz-Abbilder. Das tschechische Entwickler-Studio möchte das Spiel nun in Deutschland releasen, doch sie möchten auf eine Kürzung und Indizierung verzichten. Sie möchten sich damit sogar abfinden, einen Präzedenzfall auszulösen.

Attentat 1942 – Trailer

Leider handelt es sich bei dem Hakenkreuz um ein „verfassungsfeindliches Symbol“ und die Rechtlage zu „verfassungsfeindliche Symbole in Unterhaltungsmedien“ sieht nach § 86a StGB vor, dass das Abbilden solcher Symbole einzig in Bezug der Kunst, Bildung und Wissenschaft geduldet wird. In einem Urteil von 1998 dürfen Computerspiele mit Hakenkreuze nicht erscheinen. Dies ging aus einem Fall mit Wolfenstein 3D hervor, hier stellte man in Frage, dass ein Videospiel ein Kunstprodukt sei. Doch die Entwickler von Attentat 1942 stellen die erwähnte Problematik nun auf dem Prüfstand.
Das Entwicklungsstudio schreibt dazu folgendes:

„Es wird nicht einfach, aber wir sind entschlossen, Attentat 1942 auf die eine oder andere Weise in Deutschland zu veröffentlichen. Wir werden das Spiel inhaltlich nicht verändern oder zensieren, um ein USK-Rating zu bekommen. Entweder werden wir es in seiner Original-Form in Deutschland veröffentlichen, oder gar nicht. Uns ist die komplizierte Rechtslage in Deutschland bewusst und wir arbeiten an einer Lösung.“ 

Im Rahmen des Bildungsprogramm mit dem Namen „Československo 38-89“ ist das Spiel entwickelt worden und auf dem diesjährigen Indie-Festival A.MAZE in Berlin hat es eine Auszeichnung als „Most Amazing Game“ erhalten. Das Spiel erzählt die Geschichte aus der Sicht eines Überlebenden im Nationalsozialismus in Tschechien. Dabei werden aus Interviews mit Zeitzeugen und Archivmaterial zurückgegriffen. Erst vor kurzem gab es erst die Diskussion um die Hakenkreuz-Debatte in Bezug auf das Satire Game „Bundesfighter 2 Turbo“.

Was ist eure Meinung dazu? Sollte man Symbole, welche verfassungsfeindlich sind aus einen Unterhaltungsmedien ausschließen? Oder seid ihr auch der Meinung, dass es sich bei Videospielen um eine Kunstform handelt? Bücher und Filme zählen als Kunstform und dürfen diese Symbole auch enthalten.

Geschrieben von: ZOCKERPULS

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