7. Februar 2023
Zockerpuls - Meine Freundin Peppa Wutz auf Stadia- Saugut oder sauschlecht? - Review
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Meine Freundin Peppa Wutz auf Stadia: Saugut oder sauschlecht?

Ähnlich wie auch schon bei anderen Spielen von Outright Games startet Meine Freundin Peppa Wutz ungeachtet der Stadia-Spracheinstellungen mit einer englischen Intro-Sequenz, die einen schließlich mit der Formulierung „Press Any Button“ dazu auffordert einen beliebigen Knopf zu drücken. Im Hauptmenü angelangt, kann man dann in die „Settings“ gehen und die Spracheinstellungen auf „Deustch“ ändern. Ja, richtig gelesen. Deustch. Da hat sich wohl ein kleiner Buchstabendreher eingeschlichen, was aber wohl nicht so wild ist, wenn man bedenkt, dass die Zielgruppe des Spiels vermutlich eh noch nicht lesen kann. Gleiches gilt für die optionalen Untertitel, die voller Fehler sind und daher wohl besser ausgeschaltet bleiben sollten.

Neben den Sound-Einstellungen findet man hier weiterhin die Möglichkeit die Spielzeit von Peppa Wutz mit einer Kindersicherung auf 5, 10, 15 oder 20 Minuten zu begrenzen. Nach Ablauf dieser Zeit soll das Spiel eine Zwangspause einlegen. Funktioniert hat diese Kindersicherung in unserem Test jedoch nicht. Wir würden Eltern daher empfehlen sich nicht darauf zu verlassen und stattdessen ganz oldschol auf die Uhr zu schauen oder etwaige Zeitbeschränkungen des jeweiligen Geräts zu nutzen. Weiterhin kann man auch die Tasten neubelegen, was aber angesichts der simplen Steuerung wohl kaum nötig sein wird, da man im Grunde nur nach links und rechts laufen, interagieren, springen und je nach Tierart knurren, bellen oder heulen kann. Wie bei Stadia gewohnt, kann man das Spiel natürlich auch per Tastatur spielen.

Im Hauptmenü findet man gleich den nächsten Lokalisierungsfehler. Obwohl man nämlich das Spiel auf Deutsch umgestellt hat, zeigt das Hauptmenü statt dem deutschen Titel „Meine Freundin Peppa Wutz“ offenbar den niederländischen Titel „Mijn vriendin Peppa Pig“ an. Vermutlich wurde bei der Internationalisierung des Spiels Deutsch mit „Dutch“ verwechselt.

Nun kann man endlich mit dem eigentlichen Spiel beginnen, das sich wohl am besten als eine Aneinanderreihung von interaktiven Peppa Wutz-Episoden beschreiben lässt, in denen man mit einer selbsterstellten Figur gemeinsam mit Peppa die verschiedenen Orte aus der Kinderserie besuchen kann. Der Look ist wie man unschwer in den Screenshots sehen kann 1:1 wie in der Serie und wird in knackscharfen 1080p mit 60 FPS geliefert. Der Sound ist ebenfalls exakt wie in der Serie und die deutschen Stimmen sind zwar nicht alle die gleichen Stimmen wie in der Serie, aber durchaus gut gemacht. Bemerkenswert ist übrigens auch, dass das Spiel neben Englisch und Deutsch auch weitere Sprachen als Audio-Ausgabe unterstützt und man beispielsweise Peppa Wutz auf Französisch, Italienisch, Spanisch oder sogar auf Arabisch spielen kann, was für bilinguale Kinder sicherlich interessant ist.

Ein neuer Freund für Peppa

Bevor die Story beginnt, muss man jedoch einen neuen Freund für Peppa erstellen. Dieser Spielabschnitt bietet sich dabei besonders an, um Kinder zu fragen, wie die Figur aussehen soll. Dabei kann man aussuchen, ob die Spielfigur ein Junge oder ein Mädchen sein soll, was für einer Tierart der Charakter angehören soll, die Farbe des Fells und die Farbe der Kleidung lassen sich einstellen und man kann eine Brille oder auch einen Hut anziehen. Spielerisch machen diese kosmetischen Entscheidungen allerdings keinerlei Unterschied. Abgesehen von eie paar Sounds wie Knurren, Bellen oder Heulen spricht die eigene Figur nicht, sondern ist stets stumm. Dafür labert aber Peppa umso mehr und kommentiert alles um einen herum.

Zu Beginn startet man in der Nähe von Peppas Haus und läuft gemeinsam mit ihr hinein, wo man der Familie vorgestellt wird. Von dort aus wiederum kann man entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto von Familie Wutz, dem Auto der Großeltern, einem Bus, einem Ski-Lift und einem Heißluftballon die verschiedenen Orte in Peppas Welt besuchen und dort unterschiedlichen Aktivitäten nachgehen und sogar kleine Missionen erfüllen. Beispielsweise kann man Papa Wutz dabei helfen seine verlegte Brille wiederzufinden, dem kleinen Schorsch seine Dinosaurier-Figur wiederbringen, entlaufene Hühner im Garten der Großeltern einfangen, eine Schildkröte von einem Baum retten, Schlittschuhfahren, einen Schneemann bauen, den Strand besuchen, Achterbahn fahren, im Wald zelten und dabei das Bing-Bong-Lied (wohlgemerkt auf Englisch) am Lagerfeuer singen.

Die verschiedenen Orte sind dabei vom Umfang jeweils mit dem Inhalt einer kurzen Peppa Wutz-Episode zu vergleichen und vom Handlungsablauf auch ähnlich aufgebaut. Man geht hin, kann hinein und die Umgebung erkunden. Vom Inhalt her wird einem im Spiel etwa das Äquivalent einer Mini-Staffel Peppa Wutz geboten, die sich in etwa 2 Stunden komplett durchspielen lässt, was womöglich für Trophäen-Jäger gut ist, da man das Spiel in kurzer Zeit zu 100% abschließen kann.

Spielerisch hat uns etwas genervt, dass man keine Zwischensequenzen überspringen kann, die man bereits gesehen hat. So passiert es beispielsweise häufig, dass bei Autofahrten mit dem Auto von Familie Wutz oder dem Auto der Großeltern eine Baustelle im Weg steht und sich jedes mal wieder den selben Dialog der Bauarbeiter anhören muss, was selbst für kleinere Kinder etwas monoton sein kann.

Ebenso wiederholen sich sämtliche Sequenzen, wenn man irgendjemanden versehentlich ein zweites mal anspricht oder mit einer Sache erneut interagiert, was aber wohl die viel zu kurze Spielzeit kaschieren soll, denn hier liegt für uns auch das größte Problem des Spiels.

Lohnt sich Meine Freundin Peppa Wutz auf Stadia?

Bis auf die zuvor genannten Pannen in der deutschen Lokalisierung ist Meine Freundin Peppa Wutz zwar gut gemacht, aber mit einem regulären Preis von satten 39,99 Euro im Stadia Store angesichts der viel zu knappen Spielzeit von nur 2 Stunden und jeglichem fehlendem Wiederspielwert einfach sauteuer.

https://youtu.be/3YwVumY_O_Y

Wir würden Eltern von eingefleischten Fans der Serie daher empfehlen das Spiel ausschließlich in einem Sale für maximal 14,99 Euro zu kaufen oder sich stattdessen einfach ein Let’s Play dazu auf YouTube anzuschauen oder gar auf YouTube Kids ohne Werbung und völlig kostenfrei sämtliche Episoden von Peppa Wutz zu schauen. Unsere Redaktion bekam das Spiel wohlgemerkt zwecks Review kostenlos zur Verfügung gestellt. Technisch lief es übrigens einwandfrei und wie wir es grundsätzlich von Stadia gewohnt sind absolut butterweich.

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