6. Februar 2023
Zockerpuls - Das Problem mit Boosteroid Cloud Gaming
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Das Problem mit Boosteroid Cloud Gaming

Zuvor präsentierten wir eine umfangreiche Review über den Cloud Gaming-Dienst Boosteroid. Unser erster Eindruck lautete dabei, dass sich der Dienst insbesondere lohnt, um beliebte Spiele zu zocken, die bisher sonst auf keinem anderen Cloud Gaming-Dienst verfügbar sind, wie zum Beispiel GTA Online, Elden Ring, Fall Guys oder auch Call of Duty: Warzone. Vor wenigen Wochen ist sogar Warzone 2.0 darauf verfügbar geworden, was wir für euch getestet haben. Aber bereits während der Recherche für unsere Tests ist uns aufgefallen, dass Boosteroid einen tückischen Haken hat. So gibt es Spiele, die zwar über Boosteroid spielbar sind, aber zu denen es offenbar keine offizielle Vereinbarung mit den Publishern gibt. Man kann diese Spiele auf Boosteroid daran erkennen, dass sie nicht direkt per Knopfdruck auf „Play“ spielbar sind, sondern vor der ersten Session sozusagen einmalig im Cloud Speicher des Nutzers „installiert“ werden müssen. Auch ist bei diesen Spiele keine Promo-Grafik des Spiels direkt auf Boosteroid ersichtlich, was wohl rechtliche Probleme vorbeugen soll.

Nun sollte man meinen, dass dies kein wirkliches Problem für den Nutzer ist, denn der will ja einfach nur zocken, aber dieser Umstand birgt gleich mehrere Gefahren.

Zum einen kann es bei diesen „inoffiziellen“ Boosteroid-Spielen theoretisch jederzeit passieren, dass gewisse Publisher darauf aufmerksam werden und die Betreiber von Boosteroid rechtlich dazu zwingen, die betroffenen Spiele aus dem Cloud Gaming-Dienst zu entfernen. Dazu kommt die Tatsache, dass die Publisher auch unabhängig von rechtlichen Schritten den Zugang von Boosteroid auf technischem Weg blockieren könnten. Sei es absichtlich durch eine gezielte Sperrung oder auch unbewusst durch technische Veränderungen, was letztlich dazu führen kann, dass ein Spiel plötzlich aus Boosteroid verschwindet oder dauerhaft im Wartungsmodus landet.

Dies ist natürlich extrem ärgerlich, wenn man sich ein Spiel speziell für die Verwendung über Boosteroid gekauft hat und genau zu diesem Fall ist es zum Unmut von FIFA 23-Spielern gekommen. Denn bis vor wenigen Tagen konnte man FIFA 23 noch über Boosteroid spielen. Inzwischen ist das Spiel dort leider nicht mehr auffindbar. Nun gibt es Mutmaßungen darüber, ob EAs Anwälte bei Boosteroid gemeldet haben oder ob der Verlust damit zusammenhängen könnte, dass FIFA 23 vom Origin-Launcher zur EA Play-App migriert wurde. So oder so ist FIFA 23 nicht mehr auf Boosteroid gelistet. Warzone 2.0 steckte übrigens auch über mehrere Tage im Wartungsmodus, aber ist inzwischen wieder verfügbar, auch wenn die genauen Hintergründe unklar sind.

Die Betreiber von Boosteroid gehen im jüngsten Tweet jedenfalls nicht detailliert auf dieses Problem ein und nennen keine betroffenen Spiele mit Namen. Stattdessen wird einfach auf die restliche Spielauswahl verwiesen.

Ein weiter Punkt ist der potentielle Verstoß der Spieler gegen den Endbenutzer-Lizenzvertrag durch die Verwendung von Boosteroid. Es könnte beispielsweise passieren, dass Activision Call of Duty-Konten von Boosteroid-Spielern zeitweise oder auch dauerhaft sperrt, was insoweit ägerlich sein kann, wenn einem der Spielfortschritt des Accounts wichtig ist. Wir empfehlen daher die Verwendung eines Zweitaccounts für Boosteroid, um keinen wertvollen Spielfortschritt oder gar In-Game-Käufer zu verlieren.

Aufgrund dieser Entwicklung raten wir daher davon ab inoffiziell unterstützet Spiele zu kaufen, um sie ausschließlich über Boosteroid zu spielen, sondern Boosteroid lediglich als Ergänzung zu benutzen. Wenn du ein Spiel bereits hast, das von Boosteroid unterstützt wird, wunderbar. Aber kauf dir keine Spiele extra für Boosteroid oder sei dir zumindest darüber im Klaren, dass das Spiel jederzeit verschwinden kann.

Sollte tatsächlich ein Spiel verschwunden sein, das der Hauptgrund für dein Boosteroid-Abo war, kannst du übrigens eine Beschwerdemail an complaints@boosteroid.com schicken, eine Rückerstattung fordern und auf Kulanz hoffen.

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