4. Dezember 2022
Zockerpuls - GeForce NOW- Weitere Publisher ziehen sich teilweise zurück
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GeForce NOW: Weitere Publisher ziehen sich teilweise zurück

Die Probleme rund um GeForce NOW reissen einfach nicht ab. Kaum war die Beta vorbei, musste Nvidia mit „World of Warcraft“, „Overwatch“ und „Call of Duty“ Spiele von Activision und Blizzard vorerst aus der Gaming-Cloud entfernen. (Wir berichteten zuvor hier). Nun ist Nvidia auch noch gezwungen Spiele von Bethesda Softworks rauszunehmen. Betroffen sind dabei „Skyrim“, „Fallout“ und „The Elder Scrolls“. Lediglich „Wolfenstein: Youngblood“, was auch RTX unterstützt, darf bleiben. Teile der Spiele von EA und von Rockstar Games fehlen bereits seit Beginn des Dienstes. Gründe dafür sind fehlende Lizenzen, da sich Nvidia für jedes Spiel individuell mit dem jeweiligen Publisher einigen muss.

Nutzer sind verunsichert über die Rechtslage bei GeForce NOW

Manch einer stellt sich nun die Frage, warum Nvidia überhaupt irgendwelche gesonderten Genehmigungen braucht, um Spiele über GeForce NOW zu unterstützen, da Nvidia ja nicht die Spiele verkauft, sonder lediglich eine Cloud-basierte Infrastruktur zum Zocken anbietet, aber genau da liegt der Streitpunkt, da sowohl die jeweiligen Launcher als auch die Spiele ja nicht beim Nutzer, sondern auf den virtuellen Instanzen bei Nvidia abgespielt werden und einzig das Bild samt Ton zum Spieler übertragen werden und die Spielereingaben zum Server geschickt werden. Rechtlich gesehen braucht also Nvidia Lizenzen sowohl für die Launcher als auch für die einzelnen Spiele.

Wer profitiert hier eigentlich von wem?

Nun könnte man meinen, dass es den Publishern egal sein könnte, wo die Spiele laufen, da die Spieler ja unabhängig von Nvdidas Lizenzen weiterhin die Games über Steam und Co. erwerben müssen und eigentlich sogar eine Provision fällig wäre, wenn Spieler einen Kauf wegen GeForce NOW tätigen, weil sie beispielsweise selbst gar nicht die nötige Hardware besitzen oder über GeForce NOW auf den Kauf aufmerksam wurden, aber andererseits verdient Nvidia ja wiederum daran, dass die Publisher ihre Spiele anbieten.

Ohne Spiele keine Abos!

Nvidia bekommt also allein für die Infrastruktur Geld ohne selbst eigenen Content anzubieten. Insbesondere Performance-lastige AAA-Spiele wie Cyberpunk 2077, könnten daher für GeForce NOW richtige Zugpferde werden und massig Premium-Abos bringen. Dazu kommt noch, dass die einzelnen Publisher ja theoretisch auch einen eigenen Streaming-Dienst anbieten könnten und GeForce NOW irgendwann nicht nur einen weiteren Vertriebsweg, sondern auch einen direkter Konkurrenten darstellen könnte. Man kann also das wirtschaftliche Interesse der Publisher durchaus verstehen. Es wäre natürlich nice für die Nutzer, wenn einfach jeder Publisher alle seine Spiele für GeForce NOW freigeben würde, aber das werden die Publisher nicht mit sich machen lassen.

Damit nicht noch mehr Spiele aus GeForce NOW verbannt werden müssen, bleibt Nvidia also gar nichts anderes übrig als sich mit den Publishern zu einigen und ihnen einen gerechten Anteil für die Nutzung der Spiele anzubieten. Ansonsten droht GeForce NOW nämlich zu einer leeren Hülse zu werden und mangels Content auseinander zu fallen. Denn niemand macht ein Cloud-Gaming-Abo, wenn er darüber keine ordentlichen AAA-Spiele zocken kann.

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