7. Februar 2023
Zockerpuls - So reagierten Entwickler auf das Ende von Stadia
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So reagierten Entwickler auf das Ende von Stadia

Auch wenn es im Nachhinein betrachtet sicherlich einige Vorzeichen gab, die das Scheitern von Stadia andeuteten, überrumpelte Google mit der finalen Ankündigung der Abschaltung seines erst 3 Jahren alten Cloud Gaming-Dienstes nicht nur die Nutzer, sondern stellte neben den Stadia-Mitarbeitern auch ahnungslose Spiele-Entwickler und Publisher vor vollendete Tatsachen und damit auch vor wirtschaftliche Probleme.

Stadia war für Indie-Entwickler lukrativ, aber auch riskant.

Besonders hart trifft es dabei kleinere Studios oder Einzelentwickler, die im Vertrauen auf Stadia Kosten und Mühen auf sich genommen haben, um ihre Spiele zu portieren oder gar noch dabei waren weitere Spiele auf die Plattform zu bringen. Dabei fallen nicht nur die potentiellen Einnahmen durch Verkäufe weg, sondern auch vergleichsweise stetige Einnahmen durch Stadia Pro sind spätestens ab dem 18. Januar vom Tisch.

So zum Beispiel im Fall von Tangle Tower. Ein Spiel, dass trotz Stadias Aus für Oktober als Stadia Pro-Spiel kam, aber leider nur noch von bereits bestehenden Stadia Pro-Abonnenten freigeschaltet und bis zur Abschaltung gespielt werden kann, was sich auf die Einnahmen auswirken wird. Dauerhaft kaufen kann man das Spiel sowieso nicht mehr, da der Stadia Store bereits geschlossen wurde. Auch wird das Spiel bis zum bitteren Ende maximal 4 Monate verfügbar sein, bis der Dienst schließlich komplett weg ist.

Ein anderer Fall ist der Nachfolger von Gunsport. So sollte mit Hyper Gunsport neuer zusätzlicher Content geboten werden. Der Leiter von Necrosoft Games Brandon Sheffield lobte im Vorfeld auch das attraktive Auszahlungsmodell von Stadia im Vergleich zu anderen Streaming-Dienste und wollte mit dem Release von Hyper Gunsport die Entwicklungskosten wieder reinholen. Nun ist gänzlich unklar, ob das Spiel überhaupt noch während dem Zerfall von Stadia released wird. Aber selbst wenn das Spiel noch veröffentlicht werden sollte, wäre es nur noch wenige Monate im Stadia Pro-Lineup enthalten, was wohl nur wenig Einnahmen bringen dürfte.

Ein anderer Indie-Entwickler namens Simon Roth arbeitete seit mehreren Monaten an einem Stadia-Port seines Spiels Maia, das man bereits auf Steam kaufen kann. Monate seiner Arbeit seien damit für die Tonne, schimpfte er auf Twitter. Sarkastisch schrieb er, dass er froh sei sich den ganzen Stress gegeben zu haben, um Googles Vorgaben einzuhalten und deren Schnittstellen zu nutzen, die lausig dokumentiert waren. Dennoch lobt er das Stadia technisch gut lief. Leider sei Stadia jedoch von vornherein zum Scheitern verdammt gewesen, weil es von Google kommt. Auch drückte er sein Bedauern für alle Entwickler aus, die wie er an einem Stadia-Release ihrer Spiele im Winter gearbeitet haben.

Mike Ross von No More Robots Games, den Machern des Heist Simulators, berichtete, dass sie im November ein neues Spiel auf Stadia releasen wollten. Wir tippen auf Soccer Story. Dazu wird es aber mnicht ehr kommen und es sei völlig ungewiss, wie Google mit den bereits geschlossenen Vereinbarungen umgehen wird.

Dies sind nur die Stories, die uns bisher bekannt sind. Sicherlich gibt es noch mehr Entwickler, die betroffen sind, aber sich noch nicht dazu geäußert haben. Gerne könnt ihr uns in Kommentaren weitere dieser Fälle schildern.

So reagieren große Publisher

Auch ist anzumerken, dass natürlich auch größere Publisher davon betroffen sind, aber die können den wirtschaftlichen Verlust meist besser verkraften als unabhängige Indie-Entwickler. Auch sind sie mit ihren Ressource sogar in der Lage Stadia-Nutzern beim Wechsel auf andere Plattformen helfen. Als positive Beispiele sind Ubisoft oder auch Bethesda und Zenimax Online zu nennen. So hat Ubisoft trotz Rückerstattung seitens Stadia angekündigt aus sämtlichen Stadia-Käufen rückwirkend Crossbuy-Käufe für Ubisoft-Connect auf dem PC zu machen. Bethesda wiederum hat bekanntengeben, dass Elder Scrolls Online-Spiele ihren Stadia-Fortschritt auf den PC übertragen können. Eine Funktion, die sich insbesondere dieser Typ hier mit seinen fast 6000 Spielstunden Fortschritt in Red Dead Online von Rockstar Games wünscht. IOI Interactive und Bungie haben weiterhin signalisiert, dass man dafür sorgen wird, dass Spieler ohne jegliche Verluste Hitman 3 und Destiny 2 auf anderen Plattformen fortsetzen können, da alles an die jeweiligen Spielerkonten und nicht an Stadia gebunden werden soll. Details dazu sollen noch folgen.

Fazit:

Google hat das entgegengebrachte Vertrauen auf vielerlei Ebenen verspielt. Dennoch sollte man bedenken, dass die lukrativen Konditionen für Indie-Entwickler und die Möglichkeit in einem noch überschaubaren Store mit einem Release vergleichsweise viel Aufmerksamkeit zu bekommen, auch ein gewisses Risiko mit sich brachten. Ein Risiko, dass sich für kleinere Entwickler bedauerlicherweise in schlimmstmöglicher Form durch den Wegfall von Stadia als Plattform manifestiert hat.

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