6. Februar 2023
Zockerpuls - Die Gewinner und Verlierer des Untergangs von Stadia
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Die Gewinner und Verlierer des Untergangs von Stadia

Es ist beschlossen. Stadia geht und daran wird wohl auch keine Petition der Welt etwas ändern können, aber wie wirkt sich der desaströse Untergang von Googles Cloud Gaming-Dienst eigentlich auf die Nutzer und die restliche Gaming-Industrie aus?

Im Portmonee der Stadia-User macht sich das Aus von Stadia zumindest nicht negativ spürbar, da ja sämtliche Käufe von Spielen, DLCs und Hardware von Google erstattet werden.

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Lediglich das Geld für Stadia-Pro Abos geht flöten, wobei man als Trostpflaster für die restliche Laufzeit des Dienstes nichts mehr dafür bezahlen braucht.

  • Man konnte die Spiele daher quasi die ganze Zeit gratis zocken,
  • darf die Hardware behalten, die auch ohne Stadia durchaus praktisch ist
  • und kann sich je nach vorherigem Kaufverhalten im Nachgang über eine nice Rückzahlung freuen.

Stadia ist somit unbeabsichtigt zu einem Sparschwein für Cloud Gamer geworden. Ein Sparschwein, das im Nachgang womöglich zu Gunsten von anderweitigen Gaming-Ausgaben geplündert werden könnte.

Von einem Cloud Gaming-Dienst zum anderen

So ist beispielsweise gut denkbar, dass Freude des Cloud Gamings nach dem Wegfall von Stadia zu anderen Cloud Gaming-Diensten abwandern und ihren Stadia-Refund in Xbox Game Pass Ultimate-Abos inklusive Xbox Box Cloud Gaming (Beta) oder in kostenpflichtigen GeForce NOW-Mitgliedschaften investieren, da der kostenfreie Tarif von GeForce NOW zumindest nach unseren jüngsten Erfahrungen immer überlaufener wird und je nach Uhrzeit teils sogar auch komplett überlastet ist. (Mit diesem Trick kannst du übrigens den Xbox Game Pass deutlich günstiger erhalten und mit diesem Trick kannst du bei GeForce NOW 10 Euro einsparen.)

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Das heißt, dass sich Nvidia und Microsoft über einen gewissen Zulauf von einstigen Stadia-Nutzern freuen können. Ebenso ist damit zu rechnen, dass manche Stadia-Nutzer die Spiele, die sie wirklich vermissen werden wohl oder übel (gegebenenfalls mit ihrem Stadia-Refund) erneut auf anderen Plattformen wie Steam oder Epic kaufen werden, um sie danach über GeForce NOW zocken zu können.

Ubisoft hat übrigens sehr smart auf diese Situation reagiert und wir zuvor hier berichteten jetzt bereits angekündigt Käufe von Ubisoft-Spielen auf Stadia ohne Aufpreis für PC-Spieler nach Ubisoft Connect zu übertragen, was mehr Nutzer zum eigenen Dienst lockt, einen Vertrauensgewinn bringt und langfristig Provisionen für andere Stores zu Gunsten des eigenen Vertriebswegs abschneidet. Stadia-Nutzer können sich jedenfalls doppelt freuen, da sie trotz Stadia-Refund ihre Ubisoft-Spiele zumindest am PC oder bei unterstützten Spielen über GeForce NOW zocken können.

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Dann wird es aber auch verwöhnte Fraktion geben, die insbesondere im Vergleich zu Stadia entweder nicht mit der Qualität von Xbox Cloud Gaming oder der Benutzerfreundlichkeit von GeForce NOW zufrieden sein werden. Diesen Nutzern bleibt dann eigentlich nur PlayStation NOW übrig, das eine gute Performance, eine beachtliches Lineup und eine einfache Bedienung bietet, aber vergleichsweise teuer ist, neben PlayStation-Konsolen lediglich am Windows PC streambar ist und obendrein einem nervigen PlayStation-Controllerzwang unterliegt, wie wir hier ausführlich dargelegt hatten.

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Ein Rückschritt für Cloud Gamer

Es ist daher auch denkbar, dass manche Cloud Only-Gamer aus dem Stadia-Lager zumindest in Teilen wieder zu klassischen Gamern werden, die ihre Spiel wie in den dunklen Zeiten vor Stadia lokal auf ihren teuren und energiefressenden Gaming-Rechnern oder Konsolen herunterladen, installieren und updaten. Manch einer dürfte sich von seinem Stadia-Refund sogar eine aktuelle Konsole leisten können. Zumindest bis eine Lösung auf dem Markt angeboten wird, die so bequem und performant ist wie Stadia.

Amazon als Hoffnungsträger

Wir denken da insbesondere an Luna, das jedoch bisher leider nur in den USA verfügbar ist. Sollte Luna irgendwann tatsächlich in Deutschland starten, könnte es gut sein, dass viele ehemalige Stadia-Nutzer dort ihr neues Zuhause finden könnten, sofern sie sich mit dem Kanal-orientierten Abo-System anfreunden können. Amazon könnte jedenfalls ebenfalls zu eine Gewinner von Googles Missmanagement werden.

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Und dann gibt es noch eine kleinere Gruppe, die womöglich ohne die Flexibilität von Stadia deutlich weniger zocken wird, da Googles Dienst trotz seiner strategischen Probleme genau den Bedarf dieser Zielgruppe erfüllen konnte.

Wer gehört aber zu den klaren Verlierern?

  • Da wären zunächst alle operativen Mitarbeiter des Stadia-Teams zu nennen, die Stadia zumindest vom technischen Aspekt her zu einem großartigen Dienst gemacht haben.
  • Dann sind auch die Indie-Entwickler zu nennen, die ihre Spiele zuvor mühsam für Stadia portiert haben oder sogar bis kurz von der plötzlichen Schreckensmeldung an weiteren Ports gearbeitet haben. Auch sind Fälle bekannt bei denen Stadia insbesondere durch das Auszahlungsmodell von Stadia Pro Indie-Entwickler durchaus lukrativ sein konnten. Diese Einnahmequellen fällt leider weg.
  • Eine weitere Gruppe sind die Content Creator, die teils ohne nennenswerte Unterstützung von Stadia sowohl mehr als auch auch besseres Marketing für Stadia betrieben haben als Google selbst und es geschafft haben eine Community rund um Stadia aufzubauen. Zumindest kann sich diese Gruppe einfach thematisch umorientieren, aber dennoch ist für etliche Content Creator das Vertrauen in Google nachhaltig beeinträchtigt.
  • Last but not least ist auch Google selbst zu nennen oder besser gesagt das Image von Google, das mit dem Versagen von Stadia für immer ein unrühmliches Kapitel in der Gaming Geschichte hinterlassen wird.

Wie siehst du das? Sind dir weitere Profiteure oder Opfer des Untergangs von Stadia bekannt? Dann sag es uns mit einem Kommentar oder einem Reply in den sozialen Netzwerken.

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