6. Februar 2023
Zockerpuls - Stromverbrauch beim Zocken- So hoch sind die Energiekosten
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Stromverbrauch beim Zocken: So hoch sind die Energiekosten

In Anbetracht der steigenden Energiekosten stellen sich viele Gamer die Frage, ob sie beim Zocken Strom sparen können. Dafür sollte man zunächst wissen, welches Gerät wieviel Kilowatt pro Stunde verbraucht und was günstigere Alternativen sind. Dabei sollte man allerdings bedenken, dass es am Ende bei der Stromrechnung nicht nur auf das eingesetzte Gerät ankommt, sondern auch ausschlaggebend sein kann, welche Spiele mit welchen Grafikeinstellungen gespielt wurden.

Erfahrungsgemäß verschlingen Shooter wie Call of Duty: Vanguard am meisten Strom, da die Hardware an die Maximalauslastung kommt. Danach folgen Rennspiele wie Grid: Legends und am im Vergleich am sparsamsten sind Strategiespiele wie Fortes Frontier. Kurz gesagt: Je grafisch aufwändiger und leistungsintensiver ein Spiels ist, desto mehr Strom wird letzten Endes benötigt.

Einen Sonderfall bildet dabei Cloud Gaming, aber dazu später mehr.

Auch sollte nicht vergessen werden, dass es für den Stromverbrauch nicht unerheblich ist, was für eine Energieeffienz der Monitor oder Fernseher hat, den man zum Zocken einsetzt. Die nachfolgenden Werte sind daher lediglich als angenäherter Durchschnitt zu verstehen und sollen den Stromverbrauch greifbarer machen.

Fangen wir mit dem Stromverbrauch der aktuellen Konsolen an:

Die PlayStation 5 ist ein regelrechter Energiefresser und verbraucht im Normalbetrieb 160 bis 200 Watt pro Stunde. Bei anspruchsvollen Spielen wie aktuellen Call of Duty-Teilen kann der Verbrauch von Sonys Konsole allerdings auf saftige 225 Watt steigen, was über dem Verbrauch einer Xbox Series X liegt, die maximal 200 Watt verbraucht.

Die günstigere Xbox Series S verbraucht beim Zocken gerade mal 88 Watt, was deutlich weniger als bei einer PlayStation 4 ist, die 140 bis 150 Watt pro Stunde verschlingt. Selbst die Xbox One benötigt maximal 88 Watt. Wer noch eine PlayStation 3 verwendet, muss mit 137 Watt rechnen. Bei der Xbox 360 waren es übrigens 126 Watt.

Besonders sparsam ist die Nintendo Switch, die in der OLED-Variante 7-15 Watt verbraucht. Die reguläre Switch verhält sich ähnlich und benötigt je nach Spiel nur 7-14 Watt. Die Switch Lite ist sogar noch sparsamer und braucht nur 6-12 Watt. Wer also Strom sparen möchte, ist bei Nintendo gut aufgehoben.

PC-Gaming ist der absolute Stromkiller

Wer zur überlegenen Masterrace gehört und sich einen kostspieligen Gaming-PC mit einer leistungsstarken Grafikkarte im Wert von über 1000 Euro gegönnt hat, sollte besser auch genug Kohle für seine Stromrechnung beiseitelegen. Denn je nach Grafikkarte und den sonstigen Komponenten kommt beim Zocken am PC einiges zusammen.

Zum Beispiel schlägt alleine der Betrieb einer GeForce RTX 3080-Grafikkarte durchschnittlich mit 448 Watt pro Stunde zu Buche, was quasi dem Verbrauch von zwei PlayStation 5-Konsolen oder dem Stromverbrauch von fast 30 Nintendo Switch-Konsolen entspricht.

Cloud Gaming verlagert die Stromkosten

Sicherlich hätte man auch eine andere Grafikkarte als Vergleichswert für unsere Berechnung nehmen können, wie zum Beispiel die RTX 4090, die bei Maximalbelastung bis zu 600 Watt verschlingt, aber die GeForce RTX 3080 bietet sich besonders für einen Vergleich an, da man diese Grafikkarte auch über GeForce NOW nutzen kann und sich über diesen Weg die gepfefferten Stromkosten durch die Auslagerung in die Cloud sparen kann. Auch spart man sich durch Cloud Gaming die Anschaffung eines Gaming-PCs samt überteuerter Grafikkarte, aber das ist ein anderes Thema, über das wir uns hier bereits ausführlich geäußert haben.

Ein ebenfalls interessanter Fall ist der Einsatz von Smartphones und Tablets, die sich insbesondere für Cloud Gaming anbieten. Zwar ist der Verbrauch dabei von Gerät zu Gerät sehr unterschiedlich, aber vergleichsweise gering und durch Cloud Gaming ebenfalls sparsamer ist als leistungsintensive Spiele nativ auf Mobilgeräte auszuführen, was auch weniger Akkuverschleiß birgt, da die Rechenleistung in der Cloud von statten geht.

Auch die Verwendung eines Streamingsticks wie dem Fire TV Stick 4K Max für Cloud Gaming-Dienste wie Xbox Cloud Gaming ist mit 2,3 Watt sehr sparsam und eine günstige Alternative.

Eine Frage des Gamingverhaltens und des Strompreises

Nach dem wir abgeklärt haben, welches Gerät pro Stunde in etwa wie viel Strom verbraucht, ist die durchschnittliche Gaming-Dauer, sprich das individuelle Nutzungsverhalten zu berücksichtigen. Wer regelmäßig viel zockt, zahlt logischerweise mehr als jemand der nur ab und an zockt. Wir rechnen nachfolgend mit einem Durchschnittswert von 8 Stunden pro Woche, da wir diesen Wert für realistisch halten.

Im letzten Schritt wirkt sich der stark steigende Strompreis aus. Laut Verivox liegt der Strompreis zum Stand von Oktober 2022 bei beachtlichen 53,83 Cent/kWh, was folgende jährlichen Stromkosten ergibt:

  • alleine eine GeForce RTX 3080 verursacht somit 100,64 Euro an jährlichen Stromkosten, dazu kommen noch die Stromkosten für die weiteren Komponenten eines Gaming-PCs
  • eine PlayStation 5 verursacht pro Jahr 50,54 Euro an Stromkosten
  • eine Xbox Series X verursacht pro Jahr 44,93 Euro an Stromkosten
  • sowohl eine Xbox Series S als auch eine Xbox One verursachen jeweils 19,77 Euro an jährlichen Stromkosten
  • eine PlayStation 4 verursacht 33,70 Euro an jährlichen Stromkosten
  • eine PlayStation 3 verursacht 30,78 an jährlichen Stromkosten
  • eine Nintendo Switch verursacht gerade mal 3,37 Euro an jährlichen Stromkosten

Wir hoffen, dass wir dir mit dieser Übersicht helfen konnten deine Energiekosten als Gamer besser zu verstehen. Uns würde abschließend noch interessieren, ob die Energiekosten für dich ein Grund wären, weniger oder auf anderen Plattformen zu zocken und beispielsweise dein Gaming in die Cloud zu verlagern oder auf Extras wie eine RGB-Beleuchtung zu verzichten.

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