7. Februar 2023
Zockerpuls - Darum sollte man (in der Regel) keine Spiele vorbestellen
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Darum sollte man (in der Regel) keine Spiele vorbestellen

Normalerweise bestellt man Waren vor, wenn man befürchtet, dass sie zum Veröffentlichungszeitpunkt ausverkauft sein könnten und man keine Wartezeit in Kauf nehmen möchte, bis die Ware wieder vorrätig ist oder befürchtet, dass der Preis wegen der begrenzten Verfügbarkeit steigen könnte. Was bei Hardware wie zum Beispiel Konsolen auch durchaus eintreten kann, trifft bei Software hingegen einfach nicht zu.

Denn jedes Spiel ist zumindest in digitaler Form jederzeit unendlich verfügbar.

Warum sollte man also ein Spiel, dass man ohnehin digital kaufen will, vorbestellen? Schließlich könnte man ja auch bis zum Release warten und sich das Spiel auch erst danach kaufen.

Dafür sprechen jedenfalls nur wenige einleuchtende Punkte.:

  • Entweder man bekommt durch eine Vorbestellung Zugriff auf exklusiven Content, wie zum Beispiel einen Season-Pass, der ansonsten zusätzliche Kosten mit sich bringen würde oder andere nennenswerte In-Game-Objekte, die über belanglose Skins oder temporäre XP-Boosts hinaus gehen
  • oder man erhält vor dem regulären Release einen Vorabzugang
  • oder man bekommt zusätzliche Hardware gratis dazu, wie es beispielsweise bei der Vorbestellung von Resident Evil: Village oder Cyberpunk 2077 auf Stadia mit der kostenlosen Premiere Edition der Fall war
  • oder man muss das Spiel so früh wie möglich haben, um als kleinerer Content Creater einer der ersten zu sein, der sich redaktionell damit befasst und nicht vorab einen Presse-Zugriff erhält

Gibt es keine wirklich nennenswerten Vorbestellter-Boni, keine Hardware-Geschenke und ist man eben kein Content Creator, der beispielsweise eine Review, ein First-Look-Video oder sonstige Inhalte direkt zum Release veröffentlichen will, kann eine Vorbestellung sogar kontraproduktiv sein, da Publisher wegen Vorbestellungen mit Geld rechnen können, obwohl noch völlig unklar ist, ob das Spiel überhaupt etwas taugt.

Jüngste Beispiele, bei denen sich Vorbesteller regelrecht in die Hand gebissen haben, sind dabei die katastrophale GTA Trilogie in der Definitve Edition, bei dem Rockstar vorab einfach kein Gameplay zeigte oder Cyberpunk 2077, das abgesehen vom Stadia-Release in einem desaströsen Zustand veröffentlicht wurde oder auch No Man’s Sky bei dem zum Release versprochene Features schlichtweg fehlten.

Versteht uns nicht falsch. Viele Spiele wurden später durch Patches richtig gut, aber es geht uns darum, dass Spieler in Hoffnung auf ein gutes und vor allem technisch funktionierendes Spiel ihr Geld zum Release blind an Publisher geben, was ja in Ordnung wäre, wenn der Zustand zum Release nicht häufig unter aller Sau wäre.

Publisher müssen daher lernen, dass es nicht in Ordnung ist Spiele in einem Beta-Zustand zum Vollpreis zu verkaufen und sich dann auch noch mit notwendigen Patches alle Zeit der Welt zu lassen, während sie ihr Geld zählen.

Zumindest sollte man dann vorab so ehrlich sein und Spiele als Early Access anbieten und nicht so tun als wäre die Entwicklung des Spiels abgeschlossen, damit auch die Erwartungen nicht enttäuscht werden. Niemand erwartet Perfektion zum Release, aber teils zahlt man nicht gerade wenig Geld und erhält im Gegenzug einen brennenden Mülleimer geboten.

Nun könnte man ja anmerken, dass es ja auch noch das reguläre Rückgaberecht gibt, aber viele betroffene Gamer werden ihr Recht nicht innerhalb der Rückgabefrist in Anspruch nehmen und sich den Kauf nicht erstatten lassen, sondern sich stattdess über Bugs, Glitches und fehlende Inhalten ärgern und zähneknirschend auf Updates warten.

Deswegen lautet unser Ratschlag an Gamer: Bestellt nicht unnötig Spiele im Hype vor und schaut euch zumindest erst Reviews an und entscheidet anhand dieser Berichte, ob ein Spiel tatsächlich in seinem Zustand zum Release euer hart erarbeitetes Geld wert ist, denn gegebenenfalls kann es besser sein erstmal noch ein anderes Spiel zu genießen und das neue Spiel zu einem späteren Zeitpunkt zu zocken, wenn die oftmals nötigen Patches ausgerollt wurden.

Ansonsten bestärken blinde Vorbestellungen nämlich Publisher leider darin unfertige Spiele zu releasen.

Außerdem finden wir es ziemlich verbraucherfeindlich, wenn Publisher wie Nintendo einem teils sogar die Möglichkeit verwehren bereits getätigte Vorbestellungen zu stornieren, wie wir hier berichtet hatten.

Wie siehst du das? Findest du Vorbestellungen sinnvoll?

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