1. Dezember 2022
Zockerpuls - Blacknut Cloud Gaming im Test- Lohnt sich das Abo?
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Blacknut Cloud Gaming im Test: Lohnt sich das Abo?

Mit dem Wegfall von Stadia (RIP) stellen sich zahlreiche Cloud Gamer die Frage, was es sonst noch so für Alternativen gibt. Den Meisten dürfte dabei Xbox Cloud Gaming, GeForce NOW, Amazon Luna und womöglich auch Cloud-Streaming im Rahmen von PlayStation Plus Premium in den Sinn kommen, aber es gibt auch noch andere Anbieter, die sich auf dem hart umkämpften Cloud Gaming-Markt positionieren wollen. Einer dieser Anbieter ist Blacknut. Ein Cloud Gaming-Dienst mit über 500 Spielen, die man für 14,99 Euro im Monat mit bis zu 5 Nutzern auf allen möglichen Bildschirmen zocken kann.

Blacknut erlangte unsere Aufmerksamkeit wohlgemerkt mit einer smarten Werbeaktion auf Twitter, die speziell an „verlorene Stadia-Nutzer“ gerichtet war. Wer nämlich bis zum 30. Oktober den Gutscheincode LOSTSTADIAN einsetzt, bekommt für 3 Monate 50% Rabatt.

Um ganz transparent zu sein, weisen wir an dieser Stelle darauf hin, dass wir für unsere Review freundlicherweise einen kostenlosen Test-Zugang für einen Monat bei Blacknut erhielten. Eine Möglichkeit, die es für reguläre Nutzer leider nicht gibt. Mangels Probeabo ist unsere Review daher umso lesenswerter.

Zunächst sollte man wissen auf welchen Geräten man Blacknut nutzen kann:

  • Native Blacknut-Apps für Windows, macOS und Ubuntu (Linux).
  • Android-App für Smartphones und Tablets im Google Play Store.
  • Ebenfalls über den Play Store ist eine App für Android TV verfügbar und für Amazon Fire TV gibt es ebenfalls eine offizielle App im App Store.
  • Web-App, die sich über den Browser abrufen lässt und sich für die Plattformen anbietet, auf denen es keine eigene App gibt, wie zum Beispiel auf Apple Geräten, also auf iPhones und iPads oder wenn man sich einfach den Download und die Installation einer Anwendung sparen will oder einem gegebenenfalls Admin-Rechte fehlen.

Kurz gesagt kann man Blacknut quasi überall nutzen. Wir haben Blacknut übrigens sowohl am Computer (Windows & Mac), als auch auf einem Android Smartphone mit einem GameSir X2 Pro Controller und aufm Fire TV Stick 4K Max getestet.

Blacknut Screenshot
Blacknut im Fire TV App Store.

Blacknut empfiehlt für die bestmögliche Erfahrung einen Xbox Bluetooth Controller, was auch einleuchtet, da in der Regel Xbox Tasten in den Spielen eingeblendet werden.

Blacknut Screenshot 2
RYSE: Son of Rome via Blacknut auf Fire TV.

Der ebenfalls auf das Xbox-Design ausgelegte GameSir X2 Pro funktionierte in unserem Test super. In der Android-App kann man alternativ einen optionalen virtuellen Touch-Controller Overlay nutzen.

Mobiles Gaming ohne Controller

Gerne hätten wir Blacknut auch nativ auf einem LG TV getestet, da auch eine Blacknut App für den deutschen LG Content Store angekündigt ist, die zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Review allerdings noch nicht veröffentlicht wurde, aber laut den Entwicklern bald erscheinen soll. Stattdessen haben wir auf Fire TV zurückgegriffen.

Sowohl die Blacknut-App als als auch die Webanwendung hat dabei ein sehr durchdachtes Interface und liefert eine gute Performance. Mühelos stöbert man durch die Auswahl der Spiele. Die Navigation in Blacknut ist übersichtlich und die vorhandenen Spiele sind fein säuberlich nach ihren Genres in verschiedenen Sammlungen kuriert. Jedoch fehlt uns die Möglichkeit einer richtigen Suche um ein bestimmtes Spiel zu suchen.

Auch die Darstellung die Spielseiten bietet im Vorfeld reichlich Informationen und lässt einen beispielsweise direkt sehen, für welche Altersstufe ein Spiel geeignet ist, wie schwer ein Spiel ist, ob ein Gamepad notwendig ist, ob eine TV-Fernbedienung genügt, ob eine Touch-Steuerung angeboten wird, ob es sich um ein Einzelspieler-Game oder um einen Multiplayer handelt, wie die Spielbewertungen sind, wie lang man braucht um ein Spiel durchzuspielen, wie lange eine Spielsitzung im Durchschnitt dauert, welche Sprachen bei der Text- und Sprachausgabe unterstützt werden und vieles mehr.

Äußerst praktisch ist auch die Funktion, dass man Spiele über ein Stern-Symbol zu seinen Favoriten hinzufügen kann und man auch die zuletzt gespielten Spiele direkt ersichtlich sind. Insbesondere die Favoriten-Funktion hätten wir uns früher bei Stadia sehnlichst gewünscht.

Die zuletzt gespielten Spiele in der Blacknut-Android App.
Die Favouritenlisten in der Fire TV App.

Ein nettes Extra ist auch die Möglichkeit vom klassischen hellen Modus in einen Dark Mode zu wechseln, was geblendete Gameraugen schont.

Was uns allerdings nicht einleuchtet ist, dass man zwar über filigrane Suchkriterien die Bibliothek durchstöbern kann, aber nicht einfach nach dem Namen eines Spiels suchen kann. Dieses Feature sollte bei über 500 Spielen besser nachgereicht werden.

Positiv fällt auf, dass man vom Einloggen bis zum Starten eines Spiels nur wenig Zeit benötigt wird und der Verbindungsaufbau zügig geschickt. Auch ist die Streaming-Performance bei Blacknut anständig und durchaus flüssig. Sofern man eine flotte Netzwerk-Verbindung hat, laufen die Spiele auf Blacknut ruckelfrei. Grafische Probleme wie zum Beispiel Artefakte traten in unseren Tests selten auf. Die Latenz der Controller-Eingaben war ebenfalls kaum spürbar und ist vergleichbar mit Xbox Cloud Gaming und GeForce Now. Die Spiele scheinen jedoch nur in 720p ausgegeben zu werden, was auf einem Handy-Display zwar in Ordnung aussehen mag, aber nicht wirklich für größere Monitore oder Fernseher genügt.

Für das Preisniveau von Blacknut würden wir hingegen 4K oder wenigstens 1080p mit stabilen 60 FPS erwarten. Ungeachtet dieser technischen Aspekte, führt uns dies zu zwei großen Kritikpunkten bei Blacknut.

Die Auswahl der Spiele und der Preis des Abos.

So mag Blacknut nämlich zwar über 500 Spiele bieten, was eine beachtliche Anzahl ist, aber die allermeisten diese Spiele sind bei wohlwollender Betracht bestenfalls als bessere Handy-Spiele und Indie-Games zu verorten sind. Gerade bei solchen Spielen stellt sich allerdings die Grundsatzfrage, ob es dafür stets eines Cloud Gaming-Dienstes bedarf, da man viele dieser Spiele auch ohne größeren Aufwand lokal installieren könnte oder beispielsweise im Xbox Game Pass günstiger bekommt. Ebenso lassen sich NEOGEO-Retro-Klassiker auch einfach via RetroArch emulieren. Die wenigen Spiele, die dann noch übrig bleiben sind nicht gerade Triple-A-Blockbuster, sondern überwiegend in die Jahre gekommene Spiele aus dem durchschnittlichen Bewertungs-Bereich. Auch fehlen bei manchen Spielen wie bspw. Paw Patrol: Im Einsatz die deutsche Sprachausgabe.

Hier unser Blacknut Cloud Gaming Showcase:

Wenn dir unsere Einschätzung dahingehend nicht genügt, schau am besten selber einmal in die aktuelle Auswahl der Spiele bei Blacknut und stelle dir dabei die Frage, welche dieser Spiele du tatsächlich spielen wollen würdest und ob dir diese Spiele ein Abo zum Preis von 14,99 Euro wert wären.

Jedoch sollte man bei dem Preis auch bedenken, dass man bei Blacknut bis zu fünf Profile anlegen kann und man die Möglichkeit hat, dass alle gleichzeitig etwas spielen. Man könnte also das Blacknut-Abo mit vier anderen teilen und dann würde jeder lediglich 3 € pro Monat bezahlen. Auch wird die Auswahl bei Blacknut in der Regel jeden Monat um 10-15 Spiele erweitert.

Aber mit Hinblick auf den günstigeren und umfangreicheren Xbox Game Pass und dem kommenden Family and Friends Tarif, der sich ebenfalls mit vier anderen teilen lässt und ca. 22€ pro Monat kosten soll, wo es neben brandneuen Blockbustern ebenfalls reichlich Indie-Spiele gibt oder auch im Vergleich zu GeForce NOW stellt sich für uns die Frage ob sich ein Abo dort überhaupt lohnt.

Blacknut müsste daher unserer Ansicht nach entweder seinen Abo-Preis radikal senken oder halbwegs aktuelle Spiele in den Katalog aufnehmen, um mittelfristig nicht unterzugehen, denn offen gesprochen konkurriert Blacknut preislich direkt mit dem Xbox Game Pass oder GeForce NOW, während aber inhaltlich eher ein Vergleich mit Apple Arcade und dem Google Play Pass angebracht wäre. Also abgesehen vom Cloud Gaming-Faktor versteht sich, der bei der überwiegend auf Handy-Spielen und kleineren Indie-Games basierenden Auswahl bei Blacknut aber weitestgehend zu vernachlässigen ist.

Hoffnung macht dahingehend, dass Square Enix vor wenigen Monaten eine bisher unbekannte Summe in Blacknut investiert hat. Dies könnte potentiell für technische Verbesserungen und auch für mehr hochwertige Spiele aus dem Hause Square Enix sorgen. Über weitere Entwicklungen halten wir euch gerne auf dem Laufenden.

Wie siehst du das? Sag uns deine Meinung und hinterlasse einen Kommentar zu Blacknut!

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