21. Mai 2024
Zockerpuls - Utomik Review- Lohnt sich das (Cloud) Gaming-Abo?
Cloud Gaming News

Utomik: Lohnt sich das (Cloud-)Gaming-Abo?

Unserer Redaktion wurden freundlicherweise Utomik Test-Zugänge zur Verfügung gestellt, um den Dienst gründlich zu begutachten, aber was ist Utomik überhaupt? Utomik versteht sich als stetig wachsendes Gaming Abo, das sowohl Spiele zum Download als auch über die Cloud anbietet, wobei Utomik Cloud derzeit eingeschränkt als Early Access läuft. Zum jetzigen Zeitpunkt sind satte 1421 Spiele enthalten, von denen sich 228 Spiele per Cloud Gaming zocken lassen. Zur Auswahl der Spiele kommen wir später.

Zunächst stellt sich die Frage, auf welchen Geräten man Utomik nutzen kann

Den dafür nötigen Utomik-Client gibt es als App für Windows-PCs, für Android Geräte ab Android 9.0 und für LG und Samsung Smart TV Modelle ab 2021. Man sollte jedoch beachten, dass der Cloud Aspekt von Utomik im Rahmen des Early Access zunächst ausschließlich für Android und Smart TV verfügbar ist. PC-Nutzer müssen die Spiele grundsätzlich herunterladen, lokal installieren und auch die entsprechenderen Hardware-Anforderungen erfüllen, damit die Spiele flüssig laufen, was für uns als Cloud First-Spieler ein ziemlicher Dämpfer ist.

Werewolf: The Apocalypse beu Utomik

Cloud Gaming leider nur am Android-Smartphone und am Smart TV

Dahingehend muss Utomik unbedingt nachbessern und wenigstens PC-Nutzern auch den Zugang zum Cloud Gaming ermöglicht, denn warum man PC-Nutzer gegenüber Android- oder Smart TV-Nutzern benachteiligt, leuchtet nicht ein. Schlimmer sieht es jedoch für Mac- und iOS-Nutzer aus, die bisher komplett von Utomik ausgeschlossen sind. Zugegeben würde ein App wie Utomik wegen Apples Policy ohnehin nicht für den App Store genehmigt werden, ab inzwischen ist es eigentlich üblich, dass Cloud Gaming-Dienste alternativ zu einer nativen App zumindest per Browser als Web-Anwendung für alle zugänglich sein sollten. Wer übrigens keinen unterstützten Smart TV von LG oder Samsung hat und darüber nachdenkt Utomik per Fire TV zu nutzen sollte wissen, dass es noch keine offizielle App dafür im Fire TV App Store gibt. Ein Sideload der Android App von einem Android Handy aus über Apps2Fire auf den Fire Stick ist zwar möglich, allerdings crasht die Anwendung beim Starten auf einem aktuellen Fire TV Stick 4K Max. Da die App auch noch relativ neu ist, gibt es die entsprechende APK auch nirgends für eine direkte Installation über den Downloader. Dies kann sich natürlich in der Zukunft und insbesondere nach der Early Access-Phase von Utomik Cloud noch ändern. Aktuell kann man Utomik allerdings nur auf den anfangs genannten Plattformen nutzen.

Wie läuft der Dienst?

Die Performance der Utomik Cloud am Smartphone und Smart TV lief bei unseren Tests super. Der Verbindungsdauer ist akzeptabel. Ruckler oder Artefakte oder sonstige Aussetzen konnten wir nicht feststellen. Die Bildqualität war super. Vorausgesetzt natürlich man hat eine flotte Leitung und eine stabiles WLAN-Signal oder noch besser eine Ethernet-Verbindung. Am Smart TV kann man auch einen Speed-Test innerhalb der Anwendung machen, der prüft ob die Leitung den Anforderungen entspricht. Utomik empfiehlt eine 10-15 Mbit-Leitung. Eingabeverzögerungen konnten wir auch nicht feststellen. Die Performance ist vergleichbar mit Stadia (RiP) oder GeForce NOW. Dahingehend gab es absolut nichts zu beanstanden.

Am PC muss man ja – wie zuvor erläutert – die Spiele tatsächlich herunterladen und installieren. Der Download läuft immerhin vergleichsweise schnell ab, aber die Dauer hängt natürlich auch stark vom jeweiligen Spiel ab. Auch können sich die Installationsgrößen auf der Festplatte schnell läppern, wenn man mehrere Spiele ausprobiert. Selbst vermeintlich kleinere Indie-Spiele fordern schnell mal 1-2 Gigabyte.

Gut ist jedoch, dass man die Spiele meist auch schon starten kann, bevor sie vollständig heruntergeladen sind. Beispielsweise koann man den empfehlenswerten Horror-Shooter Metro Last Light Redux schon nach einem 3,78 GB Download starten, obwohl das ganze Spiel 9,77 GB benötigt. Der Rest wird einfach im Hintergrund heruntergeladen. Dennoch ist natürlich nervig, dass man als PC-Nutzer erst einen Download tätigen muss, während man das gleiche Spiel über Utomik Cloud am Android-Handy oder am Smart TV direkt mit guter Performance starten kann.

Die Performance der Spiele hängt natürlich von der verfügbaren Hardware und den Anforderungen des Spiels ab, was uns auch zum nächsten Punkt führt.

Die Auswahl der Spiele bei Utomik

Die allermeisten der verfügbaren Spiele sind recht unbekannte Indie-Spiele. Versteht uns nicht falsch. Indie-Spiele können auch großartig sein, aber wer Utomik abonniert, sollte – bis auf wenige betagte Ausnahmen- nicht erwarten, dort populäre Highlights vorzufinden, die einen hinter dem Ofen hervorlocken und mit dem Kaliber der Auswahl beim Xbox Game Pass mithalten können. Auch sind bei den monatlichen Utomik-Neuzugängen wohl keine nennenswerten Blockbuster zu erwarten. Die Auswahl der Spiele erinnert dabei weitestegehdn eher an Blacknut Cloud Gaming oder schwächere Titel aus dem einstigen Stadia-Store oder gar an mittelmäßige Mobile Games.

Die vollständige Spielauswahl bei Utomik kannst du hier sehen, um dir selbst ein Bild zu machen.

Gefiltert nach Cloud Games, kannst du hier alle Spiele sehen:

Ein weiterer Punkt, ist dass nicht jedes Spiel automatisch auch auf jeder unterstützten Plattform verfügbar ist, was man an den jeweiligen Icons in der Übersicht erkennen kann. Beispielsweise gibt es Spiele bei Utomik, die man zwar am PC als Download oder am Android Smartphone via Cloud spielen kann, aber nicht am Smart TV, was wohl damit zusammenhängt, das manche Spiele Tastatur und Maus oder eine Steuerung per Touchscreen voraussetzen, während am Smart TV für gewöhnlich nur ein Controller angeschlossen ist. Die Utomik Android App kann man übrigens wahlweise im Play-Modus verwenden, in dem man nur Spiele angezeigt bekommt, die auch auf dem Smartphone spielbar sind oder im Companion-Modus, in dem man alle Spiele sehen, was insofern sinnvoll ist, wenn man Spiele in seine Favoriten-Liste stecken möchte für später.

Die eingeblendeten Tasten sind dabei übrigens stets im Xbox Layout. Wir können am Android-Smartphone übrigens den Einsatz eines Controller Grips empfehlen wie den Razer Kishi V2 oder GameSir X2 Pro.

Falls man keinen externen Controller hat, kann man natürlich auch einen virtuellen Controller-Overlay benutzen, sofern das jeweilige Spiel nicht ohnehin für eine Touchscreen-Steuerung optimiert ist, was man bei der Spielauswahl an einem Fingersymbol erkennen kann.

Gut ist, dass es für Fortschritt keinen Unterschied macht, ob man via Cloud oder als Download spielt, da die Spielstände übergreifend in der Cloud gesichert werden. Auch sind die Spiele sehr gut kategorisiert, was es einem einfach macht das gewünschte Spiel im Utomik-User-Interface zu finden oder darin zu stöbern.

Selbst ein Achievement-System ist in Utomik integriert. Eine Kleinigkeit, die uns außerdem genervt hat ist, dass sich vereinzelte Spiele nicht starten ließen, bei denen es eine spezielle deutsche Version gab. So zum Beispiel Commandos und Commandos 2. Zugegeben liegt das in erster Linie am damals äußerst restriktiven Jugendschutz in Deutschland, aber da das Spiel lediglich in internationaler Version, also mit Hakenkreuzen, auf Utomik ist, führt dies zu einem Spielabsturz beim Starten. Auch muss man wegen der internationalen Version der Spiele beim ersten Starten in der Regel die Spielsprache ändern, sofern einem dies wichtig ist.

Unser Fazit, die Kosten-Nutzen-Frage und unsere Prognose

Alles in allem haben wir leider den Eindruck, dass es bei der Auswahl der Spiele und im Speziellen bei der Cloud Gaming-Selektion bei Utomik abgesehen von einigen wenigen Perlen eher um Masse statt Klasse geht. Auch ist die bisher auf Android-Handys und ausgewählte Smart TVs eingeschränkte Utomik Cloud für uns in dieser Form noch keine vollwertige Cloud Gaming-Lösung, was uns mit Hinblick auf den Preis, davon abhält unser Test-Abo zu verlängern.

Wer nämlich als Einzelnutzer ausschließlich am PC per Download der Spiele Utomik nutzen möchte, zahlt bereits 6,99 Euro im Monat. Wer darüberhinaus auch via Cloud am Smartphone oder Smart TV spielen möchte, zahlt 8,99 Euro und wer das ganz auch noch mit 3 weiteren Nutzern im Familien-Tarif teilen möchte zahlt sogar 12,99 Euro, was wir ziemlich happig finden, wenn man bedenkt, dass man für 12,99 Euro regulär bereits Zugriff auf den Xbox Game Pass Ultimate bekommt. Auch ein kostenpflichtiges GeForce NOW-Abo samt der Käufe der gewünschten Spiele ist für uns deutlich wirtschaftlicher.

Wenn die Early Access-Phase endet und Utomik Cloud für alle Plattformen ausgerollt werden sollte und auch mehr lohnenswerte Spiele darüber angeboten werden, könnte der Dienst wegen der exzellenten Performance durchaus attraktiv werden. Bis dahin passen wir jedoch. Wer möchte, kann natürlich Utomik für 14 Tage kostenlos ausprobieren und sich selbst überzeugen.

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